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09 April 2024, 13:32

Lukaschenko spricht Probleme in der Industrie an

MINSK, 9. April (BelTA) – Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko hat heute eine große Besprechung zur aktuellen Lage in der belarussischen Industrie einberufen. Dabei sprach er einige Problemfragen an. 

„Ein äußerst negativer Trend - wir überlassen den heimischen Markt der Konkurrenz. Die Regierung wird dafür Rede und Antwort stehen müssen. Wir stellen eine breite Palette an Maschinen her und führen immer noch Importware ein. Und das sind keine Einzelfälle“, sagte Alexander Lukaschenko.

Allein im letzten Jahr wurden mehr als tausend Traktoren im Gesamtwert von fast $40 Mio. gekauft. 

„Wir modernisieren das Lagerwerk. Es produziert auf höchstem Niveau, die Qualität ist mit der der Weltmarktführer vergleichbar. Die hohen Produktionskosten erlauben es uns jedoch nicht, bei Ausschreibungen zu konkurrieren, auch nicht bei der Beschaffung von Förderbändern für belarussische Maschinenbaubetriebe. Geht es nur um die Ausschreibung? Wir vergessen eine einfache Wahrheit: Der Geizhals zahlt doppelt. Man kann im Produktionspreis sparen, aber viel mehr wegen Ausfallzeiten verlieren“, bemerkte der Präsident.

Das Staatsoberhaupt fragte, welche Maßnahmen zum Schutz des heimischen Marktes ergriffen werden, was genau getan wurde und wird.

„Negative Tendenzen führen zu einem Resultat – volle Lagerhallen, geringe Verkaufszahlen. Die Lagerbestände sind 2023 um fast ein Viertel gestiegen (um 350 Mio. Br oder 23 %). Der zuständige stellvertretende Ministerpräsident „beruhigt mich“, dass das normal ist, dass das schon immer so war - gestern und vorgestern, wir werden jetzt alles hier verkaufen. Aber wir bewerten diese Bestände von Periode zu Periode. Und wie viele Maschinen befinden sich heute auf dem Gelände der Händler? Statt hier werden sie im Ausland gelagert. Das wird niemand mehr verheimlichen können“, warnte Alexander Lukaschenko.

Der Präsident führte ein Beispiel an: Das Minsker Traktorenwerk lagert fast 6,5 Tausend Traktoren in seinen Handelshäusern. Das entspricht einem zweimonatigen Produktionsvolumen. „Und Sie sprechen von Volumen und Exporten“, bemerkte der Staatschef. 

Das Komitee für Staatskontrolle informiert, dass eine beträchtliche Anzahl von Unternehmen der Warenvertriebsnetze überhaupt nicht am Verkauf von Produkten teilnehmen. Wo sie aber daran doch teilnehmen, dort wachsen die Traktoren im Preis. „Warum haben Sie sie diese Händler geschaffen? Wen ernähren wir dort?“ fragte das Staatsoberhaupt.

Beim Vertrieb der AMKODOR-Maschinen in Russland nach dem Schema „Hersteller - Generalimporteur - Vertriebshändler - Händler - Endverbraucher“ steigt ihr Preis um mehr als 50 Prozent, während die Kosten für MAZ-Fahrzeuge um 20 Prozent steigen.

„Wie können wir da konkurrieren?“ sagte Alexander Lukaschenko.

Auch die Forderungen des Präsidenten, die überfälligen Auslandsforderungen zu reduzieren, wurden nicht erfüllt. Im Jahr 2023 sind sie um mehr als 10 % gestiegen, obwohl es sich um Betriebskapital und Investitionen hätte handeln können.

„Es stellt sich die einfache Frage: Warum vergeben wir Kredite? Oft entstehen die Schulden als Folge eines sinnlosen Wettlaufs, um die Indikatoren für die Auslagerung und Exporte zu erfüllen“, erklärte der Staatschef. 

„Was ist das Gesamtergebnis? Zunächst einmal ein Rückgang der qualitativen Indikatoren der Unternehmensentwicklung. Die Rentabilität erreicht nicht das Niveau von 2022. Die Zahl der verlustbringenden Unternehmen und die Höhe der Verluste nehmen zu. Wir haben eine komplizierte Logistik und steigende Kosten für importierte Rohstoffe. Die Zerstörung der Kooperationsbeziehungen mit westlichen Lieferanten hat dazu geführt, dass wir alternative Partner finden oder eine eigene Produktion von Komponenten aufbauen müssen, einschließlich einer beschleunigten Entwicklung und Umsetzung neuer technischer Lösungen. Es ist allgemein klar, was zu tun ist. Warum gehen wir nicht voran? Warum tun wir es nicht?“,  fragte der belarussische Staatschef. 

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