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13 Februar 2024, 12:28

Lukaschenko nennt fünf Hauptprobleme der Hochschulbildung und will ihre Lösung sehen 

MINSK, 13. Februar (BelTA) – Beim heutigen Treffen mit dem Nationalen Rat der Hochschulrektoren in Minsk nannte der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko fünf Hauptprobleme der Hochschulbildung. Er möchte sehen, wie diese Probleme gelöst werden, forderte er.

Die vom Staatsoberhaupt benannten Probleme betreffen die Nachfrage und die Qualität der belarussischen Bildung, die Arbeitsplatzzuweisung nach dem Studium, das Problem mit Fachkräften an Hochschulen und Mängel in der ideologischen und pädagogischen Arbeit mit Studenten.

Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt

„Problem Nummer eins ist die bestehende Kluft zwischen Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt. Es ist, als ob wir vergessen hätten, wie wir in den 90er Jahren damit begonnen haben, massenhaft Juristen und Wirtschaftswissenschaftler auszubilden, die nach ihrem Abschluss als Taxifahrer und Pizzaboten arbeiteten. Auch heute noch arbeiten viele Hochschulabgänger in den Bereichen, die nicht zu ihrem Studienfach gehörten“, stellte der Präsident fest und fügte hinzu, dass er auf dieses Problem sehr oft aufmerksam gemacht hat.


„Die Ausbildung von Fachkräften, die nicht in ihrem Beruf arbeiten, den ersten gesicherten Arbeitsplatz nach ein paar Jahren verlassen oder gar den Beruf wechseln - das ist ein unzulässiger Luxus für unseren Staat. Der Staat investiert viel Geld in die Hochschulbildung und bekommt letztendlich eine Situation, die man nicht anders als Wirtschaftsverbrechen bezeichnen kann“ empörte sich der Staatschef.

Nachfrage nach einheimischer Hochschulbildung

Das zweite Problem, auf das der Präsident aufmerksam machte, ist der Wunsch von Hochschulabsolventen, im Ausland zu studieren. „Was ist das für ein Modetrend? Oder eine objektive Entscheidung?“ fragte das Staatsoberhaupt. „Studenten sind die zukünftige Elite des Staates. Unseres Staates. Wie kämpft die Hochschule für diese Elite? Eine konkrete Frage, auf die ich gerne eine konkrete Antwort hören würde. Natürlich werden viele nach dem Auslandsstudium zurückkommen, aber was werden das für Menschen sein? Mit völlig verkehrtem Bewusstsein“, sagte Alexander Lukaschenko.

„Und warum sehen denn unsere Wunderkinder die belarussischen Universitäten nicht als Vorbild uns Priorität?“ fragte das Staatsoberhaupt. „Wir arbeiten Sie mit den Schulen zusammen? Wie werben Sie um Ihre zukünftigen Studenten? Wie arbeiten Sie mit der Industrie zusammen, die Ihre Studenten später als Fachkräfte brauchen wird?“

Junge Spezialisten in der Wissenschaft und im Lehrkörper

Der Präsident stellte fest, dass die jungen Leute nicht allzu bereit sind, sich wissenschaftlich zu betätigen oder Lehrer zu werden. Das ist das dritte Problem für das Hochschulsystem. „Dabei erlauben wir es, mit hochqualifizierten Fachkräften verschwenderisch umzugehen. Ich warne die Hochschulrektoren davor“, sagte der Staatschef.

Das Lehrpersonal wird immer älter, aber das Problem liegt nicht im Alter, wie Alexander Lukaschenko betonte. „Wir schätzen die Erfahrung und die Weisheit. Gott gebe vielen von ihnen Kraft und Gesundheit, damit sie ihr Wissen so lange wie möglich an die Jugend weitergeben können“, so das Staatsoberhaupt. „Wir sind um andere Dinge besorgt. Ich würde gerne sehen, wer nach Ihnen diese Posten einnehmen wird. Wer wird morgen uns ablösen? Vor allem in den Bereichen, die unser Land heute dringend braucht und die eine Perspektive für die Zukunft haben.“

Über das Verhältnis von Bildung und Politik

„Bildung war nie und kann nicht außerhalb der Politik sein. Sie vermitteln nicht nur Fachwissen, sondern prägen das Weltbild junger Menschen“, wies der Präsident auf das nächste Problem im Hochschulsystem hin. „Ich sage es ganz offen: Sie sind für die nationale Sicherheit verantwortlich und für die Souveränität des Landes. Wenn Sie immer noch Leute beschäftigen, die unsere Ansätze und unsere Politik, unsere Staatsideologie nicht teilen, wenn Sie die gestrigen „Regime-Changer“ anstellen, welche Schlüsse soll ich dann über Sie ziehen? Das ist eine Frage zum Nachdenken und richtiger Entscheidungsfindung.“


Ideologische und pädagogische Arbeit mit jungen Menschen

Alexander Lukaschenko nannte die unbefriedigende ideologische und pädagogische Arbeit mit jungen Menschen als fünftes Problem des Hochschulsystems. Der Präsident hat eine Reihe von Fragen an die Universitäten, das Bildungsministerium, die Regierung, die Präsidialverwaltung und die Jugendorganisationen.

„Worüber können wir noch reden, wenn einzelne Lehrer, gelinde gesagt, selbst keine Vorbilder und keine Patrioten sind? Was können wir von den Studenten verlangen, wenn zum Beispiel ein Professor ihnen nicht sachlich und kompetent auf komplexe politische Fragen oder alltägliche Fragen antworten kann oder gar nicht will“, fragte das Staatsoberhaupt rhetorisch. „In einer solchen Situation werden keine Konzerte, keine Show-Auftritte und keine Flashmobs es jemals vermögen , den Kindern die Liebe zur Heimat anzuerziehen, den Respekt gegenüber der älteren Generation oder eine richtige Erinnerungskultur.“

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