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Lukaschenko: Belarus ist kein Feind Russlands

Präsident 17.10.2019 | 13:28

MINSK, 17. Oktober (BelTA) – Präsident Alexander Lukaschenko hat heute beim Treffen mit dem Gouverneur des russischen Gebiets Nowgorod Andrej Nikitin erneut auf eine enge und strategische Partnerschaft zwischen Belarus und Russland aufmerksam gemacht.

„Niemand soll Belarus als Russlands Feind betrachten. Wir haben Russland nie den Rücken gekehrt und werden das künftig nicht tun. Belarus ist in Westeuropa kein besonders willkommener Gast, nicht wegen der Lukaschenko-Diktatur, sondern aufgrund wirtschaftlicher Faktoren. In Belarus werden die gleichen Waren produziert wie in der EU. Nur sind wir mit unseren Produkten auf dem EU-Markt nicht präsent. Ich kritisiere die EU dafür, dass sie uns den Zugang zum Markt versperrt. Dabei weisen unsere Produkte nach manchen Kriterien eine bessere Qualität auf. Was soll dann der Zusammenarbeit zwischen Belarus und der EU zugrunde liegen?“, fragte der Präsident.

Der Staatschef gab zu, dass es in der letzten Zeit immer mehr Probleme im Handel zwischen Belarus und Russland gebe. Sie seien aber temporär. „Wir werden alle unseren Probleme schon lösen. Zumindest sprechen wir eine gemeinsame Sprache“, fügte er hinzu.

Nur dank einer starken regionalen Zusammenarbeit zwischen Belarus und Russland hätten die beiden Länder ihre Beziehungen aufrechterhalten können, so Lukaschenko. „Wir haben unsere Beziehungen nicht verspielt, weil es auf der Ebene der Regionen sehr gut lief. Probleme gibt es sicherlich, aber wir werden sie gemeinsam lösen. Mit dem Botschafter Russlands in Belarus, mit dem Außenministerium und der russischen Staatsregierung. Wir dürfen einander nicht verlieren. Denn Russland hat keinen besseren Verbündeten als Belarus, was auch umgekehrt gilt. Wir müssen zusammenarbeiten“, setzte er fort.

Der Staatschef betonte, dass die Menschen in Belarus in ihren russischen Nachbarn und in den Vertretern anderer Nationalitäten oder Religionen keine Fremden sehen. „Wir pflegen sehr gute Beziehungen zu Tschetschenien oder Baschkortostan, zu Moslems, Katholiken, Juden und Orthodoxen in Russland. Sie sind uns verwandte Menschen“, stellte er fest.

Heute lösen die Generationen einander ab, es kommen junge Menschen an die Macht, viele von ihnen lebten nicht in jenen Zeiten, als unsere Nationen einen Staat – die Sowjetunion – bildeten. „Sie sind auch ein Vertreter der neuen Politiker-Generation. Aber sie wissen es immer noch, dass wir in einem Staat lebten, dass es slawische Einheit gibt. Es ist uns wichtig, unsere Beziehungen nicht zu verpulvern und an die künftigen Generationen weiterzugeben. Unsere Kinder müssen wissen, dass wir Freunde sind und diese Freundschaft nicht gegen andere ausrichten. Wir wollen doch nicht morgen in einen Krieg gegen die EU ziehen. Wir – Russen und Belarussen – besitzen alles. Wir haben unsere Länder aufrechtzuerhalten. Hauptsache, dass uns daran niemand stört“, sagte Alexander Lukaschenko.

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