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18 Mai 2024, 11:56

„Wir streben eine ernsthafte Zusammenarbeit an“: Alejnik fasst Ergebnisse des Aserbaidschan-Staatsbesuchs zusammen 

BAKU, 18. Mai (BelTA) - Außenminister Sergej Alejnik hat im Gespräch mit der Telegraphenagentur BelTA die wichtigsten Ergebnisse des Staatsbesuchs des belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko in Aserbaidschan zusammengefasst.

Wirtschaft und industrielle Zusammenarbeit

Der Schwerpunkt der Staatsvisite lag seiner Meinung nach auf den Beziehungen in Handels und Wirtschaft. „Der gegenseitige Handel ist auf Wachstumskurs. Das bestätigen die Zahlen vom letzten Jahr: Das Handelsvolumen war um 18 Prozent gestiegen. Heute beläuft sich dieser Wert für Waren und Dienstleistungen auf etwas mehr als $450 Mio. Aber das Potenzial unserer Länder erlaubt es uns mehr. Wir haben konkrete Vereinbarungen in den Bereichen Handel und industrielle Zusammenarbeit getroffen“, sagte er.

Eine der Vereinbarungen betrifft die Erweiterung der Produktionslinie im Automobilwerk Ganja, wo belarussische Fahrzeuge montiert werden. Rund 14.000 einheimische Traktoren und fast 4.000 Lastkraftwagen wurden dort bereits hergestellt. „Wir haben vereinbart, die Produktionslinie auf der Basis von MAZ-Fahrgestellen zu erweitern“, sagte der Minister. 
Eine weitere Vereinbarung betrifft den gemeinsamen Bau von Aufzügen und Eröffnung eines Servicezentrums für belarussische Maschinen. Darüber hinaus wird die Lieferung einheimischer Elektrobusse nach Aserbaidschan erörtert.

Bei der Entwicklung der Handels- und Wirtschaftsbeziehungen wollen sich beide Länder bemühen, auf Importe und Lieferungen aus nicht freundlich gesinnten Staaten zu verzichten, vor allem wenn sie mit bestimmten Waren und Dienstleistungen einander beliefern können. „Unsere Volkswirtschaften sind komplementär. Alle Abkommen zielen darauf ab, unsere wirtschaftlichen Potenziale dort zu bündeln, wo wir über einschlägige Kompetenzen verfügen und gegenseitig wirtschaftlich stärken können“, betonte Sergej Alejnik.
Entwicklung wiederbelebter Gebiete 

Während des Besuchs wurde besonderes Augenmerk auf die Entwicklung wiederbelebter Gebiete und die mögliche Beteiligung von Belarus an diesen Prozessen gelegt. Es wurde vorgeschlagen, dass Belarus mehr Baumaterial, vor allem aus Holz, in diese Regionen liefert. Holzerzeugnisse machen übrigens 50 Prozent aller Exporte nach Aserbaidschan aus. „Wir sind bereit, unsere Fahrzeuge dorthin zu liefern – Busse, Obusse, Kommunaltechnik, Traktoren, Landmaschinen, Lastkraftwagen“, sagte Sergej Alejnik. „Wir sind bereit, uns am Wiederaufbau zu beteiligen. Diese Fragen sind gründlich erörtert worden. Ich denke, wir werden uns in nächster Zukunft auf konkrete Projekte einigen.“ 
Landwirtschaftliche Entwicklung besagter Regionen wird einen Schwerpunkt der Zusammenarbeit bilden. Belarus könnte dort Agrarstädte bauen – dieses Projekt hat sich hierzulande sehr gut bewährt. Unsere aserbaidschanischen Freund und Partner wissen auch sehr gut, womit sie es zu tun haben werden. In diese Richtung werden wir arbeiten“, versicherte der Außenminister.
Gesundheit und Bildung  

Im Bereich der humanitären Zusammenarbeit haben Belarus und Aserbaidschan vereinbart, die Zusammenarbeit im Gesundheits- und Bildungswesen auszubauen.

„Ein Projekt zur Schaffung einer gemeinsamen Produktion von Medikamenten in Aserbaidschan wird derzeit geprüft. Wir planen, es in naher Zukunft zu starten“, teilte der Minister mit. 

Im Bereich der Bildung gibt es 87 Abkommen zwischen Universitäten. Zwei Zentren für aserbaidschanische Kultur und Sprache arbeiten heute in Belarus – an der Belarussischen Staatlichen Pädagogischen Maxim-Tank-Universität und an der Staatlichen Linguistischen Universität Minsk. Vor kurzem wurde in Aserbaidschan das zweite Zentrum für belarussische Sprache und Kultur eröffnet – an der Aserbaidschanischen Universität für Sprachen.

Die aserbaidschanische Seite sei besonders an den belarussischen Erfahrungen im Bereich berufliche Bildung interessiert, sagte der Minister. „Wir haben uns darauf geeinigt, in naher Zukunft eine Liste von Fachgebieten zu definieren, die eine spezialisierte Ausbildung auf der Grundlage unserer Berufsbildungseinrichtungen erfordern“, fügte er hinzu.

Vertragsrechtlicher Rahmen

„Wir haben die vertragsrechtliche Grundlage der bilateralen Beziehungen erheblich erweitert. Zuvor gab es mehr als 100 Abkommen, im Rahmen des Besuchs haben wir 9 Dokumente unterzeichnet, die verschiedene Bereiche betreffen, angefangen von der Schaffung günstigerer Handelsbedingungen und Investitionen bis hin zum Tourismus. Dies ist ein zusätzliches ernsthaftes Paket, das es uns ermöglichen wird, die Zusammenarbeit in all diesen Bereichen zu intensivieren“, sagte Sergej Alejnik. „Wir haben vereinbart, eine Bestandsaufnahme des rechtlichen Rahmens vorzunehmen, um festzustellen, welche Dokumente aktualisiert und verbessert werden müssen.“

Zusammenfassend wies der Außenminister darauf hin, dass in naher Zukunft wichtige bilaterale Veranstaltungen zur Umsetzung der auf höchster Ebene getroffenen Vereinbarungen stattfinden werden. Für Anfang Juni ist ein reguläres Treffen der Regierungskommission in Minsk geplant, bei dem alle während des Besuchs besprochenen Projekte im Detail erörtert werden sollen. „Die Aufgabe besteht darin, die unterzeichnete Roadmap unserer bilateralen Zusammenarbeit für 2024-2025 zu konkretisieren und mit zusätzlichen spezifischen Projekten zu ergänzen, die auf der Ebene der Staatschefs besprochen wurden. Diese Arbeit wird in nächster Zeit erledigt werden“, sagte Sergej Alejnik. Darüber hinaus wird der Sprecher des aserbaidschanischen Parlaments im Juni zu einem Besuch in Minsk erwarte. Der Besuch des aserbaidschanischen Premierministers in Belarus steht ebenfalls auf der Tagesordnung. 

„Wir streben eine ernsthafte Zusammenarbeit an“, resümierte der Leiter des Außenministeriums.
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