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Makej: Belarus und Lettland können ihre Zusammenarbeit auf höhere Ebene heben

Politik 25.07.2019 | 16:32

MINSK, 25. Juli (BelTA) – Belarus sieht ein großes Potential für die Entwicklung der bilateralen Beziehungen mit Lettland und hält diesen Staat für einen wichtigen Wirtschafts- und Handelspartner. Außerdem kann Lettland beim Aufbau des belarussisch-europäischen Dialogs helfen. Das erklärte Außenminister Wladimir Makej beim Treffen mit seinem lettischen Amtskollegen Edgars Rinkēvičs in Minsk.

Der lettische Außenminister hält sich am 24.-26. Juli zu einem Arbeitsbesuch in der belarussischen Hauptstadt auf. Bei den Gesprächen im belarussischen Außenministerium wurde heute die gesamte Bandbreite an Fragen der belarussisch-lettischen Zusammenarbeit besprochen. Die Minister tauschten sich über die Perspektiven der Beziehungen zwischen den Ländern aus und gingen auf das Zusammenwirken in internationalen Organisationen und auf die Förderung des belarussisch-europäischen Dialogs ein. Die Beziehungen zwischen Belarus und Lettland seien durch gemeinsame Interessen in den Bereichen Wirtschaft, Politik, humanitäre Zusammenarbeit, Forschung und Entwicklung, Umweltschutz geprägt. Gute Kontakte würden auf der regionalen und persönlichen Ebene bestehen.

„Lettland ist unser wichtiger Handels- und Wirtschaftspartner und gehört zu den Top 10 der stärksten Exportländer. Wir haben nicht nur konkrete Projekte besprochen, sondern die Zukunft unserer Beziehungen in den Bereichen Wirtschaft und Handel“, sagte Makej. Er machte darauf aufmerksam, dass das notwendige Potential für die Umsetzung großer Projekte auf beiden Seiten vorhanden sei. In erster Linie handele es sich um Projekte zur effektiven Nutzung des Transit- und Logistikpotentials. Gute Zukunftschancen hätten auch jene Vorhaben, bei denen es sich um die Entwicklung und Einsatz neuer Technologien und Innovationen gehe, sowie Projekte im Kontext der „Neuen Seidenstraße.“

„Der belarussische Präsident hat eine Einladung nach Lettland erhalten und diese angenommen. Im Vorfeld aber muss eine gewaltige Vorbereitungsarbeit geleistet werden. Wir wollen schließlich konkrete Projekte auf den Weg bringen und starten. Die Einladung ist offen, konkretes Datum ist noch nicht vereinbart worden“, sagte Wladimir Makej.

Lettland habe eine große Rolle bei der Aussetzung von Sanktionen gegen Belarus gespielt, sagte Außenminister. Und es bemühe sich immer noch um einen konstruktiven Dialog zwischen Belarus und EU. „Wir streben keine EU-Mitgliedschaft an, wir wollen aber gute Nachbarn sein, wirtschaftliche Kontakte und Handelsbeziehungen mit allen EU-Staaten ausbauen. Die Zeit ist längst reif für einen Basisvertrag zwischen Belarus und der EU. In diesem Zusammenhang rechnen wir auf die Unterstützung unserer lettischen Freunde in anderen Schlüsselfragen belarussisch-europäischer Agenda, unter anderem bei der Unterzeichnung der Prioritäten der Partnerschaft. Belarus und Lettland haben zum Beispiel ähnliche Ansichten in Bezug auf Ziele und Aufgaben der Östlichen Partnerschaft und halten dieses 10-jährige EU-Projekt für nützlich und notwendig“, sagte Wladimir Makej.

Nennenswert sei die Zusammenarbeit zwischen Belarus und Lettland in Fragen der Sicherheit in der Ostseeregion.

Makej und Rinkēvičs sprachen viel und ausführlich über die humanitäre Zusammenarbeit. Seit 1994 besteht in Riga die belarussische Janka-Kupala-Hauptschule, wo belarussische Sprache und Literatur heute für 170 Schüler unterrichtet wird. Wladimir Makej dankte den lettischen Kollegen für die staatliche Akkreditierung dieser Schule.

Die verlaufenen Gespräche bezeichnete Makej als offen und fruchtbar. „Unsere Treffen finden regelmäßig statt. Sie zeugen von einer positiven Dynamik und einem intensiven Charakter des belarussisch-lettischen Dialogs. Auf beiden Seiten ist die Bereitschaft da, diese Zusammenarbeit auf eine höhere Ebene anzuheben“, sagte Minister. „In bilateralen Fragen sind wir uns einig, auch in Bezug auf die internationale Agenda haben wir die gleichen Ansichten. Wir sprachen heute über alle Themen, ohne Ausnahme, auch über sehr sensible für unsere Beziehungen. Es ist wichtig, im Dialog zu bleiben und tragfähige Lösungen herbeizuführen. Ich hoffe, dass unsere Staaten weiterhin solche nachbarschaftlichen, partnerschaftlichen und vorteilhaften Beziehungen aufrechterhalten werden, was angesichts der geografischer Nähe, historischer und historischer Identität, gleicher Traditionen und Interessen ganz logisch und natürlich ist“, resümierte Wladimir Makej.

Edgars Rinkēvičs betonte wiederum, dass die Außenministerien von Belarus und Lettland einen sehr engen Kontakt pflegten. „Ich bin sicher, dass unsere Kollegen aus anderen Ressorts, die hier in Minsk oder in Riga zusammenkommen und Probleme in den Bereichen Transport, Ackerbau, Wirtschaft usw. diskutieren, ebenfalls eine erfolgreiche und ergebnisreiche Zusammenarbeit vorweisen können“, sagte er.

„Die Belarus-EU-Beziehungen erleben in den letzten Jahren einen Aufschwung. Lettland wird nach wie vor seinen Beitrag zur Stärkung politischer und wirtschaftlicher Beziehungen leisten. Die Tatsache, dass wir Probleme konstruktiv und offen ansprechen, gibt uns Anlass für Optimismus“, stellte der lettische Außenminister fest.

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