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Domratschewa Darja

Die belarussische Biathletin

Darja Domratschewa ist eine belarussische Biathletin, Olympiasiegerin, zweifache Weltmeisterin, Olympia-Dritte, zweifache Gewinnerin des Kleinen Kristallglobus im Massenstart und im Verfolgungsrennen, Gewinnerin des Großen Kristallglobus in der Weltcup-Gesamtwertung sowie mehrfache Siegerin und Preisträgerin der Etappen des Weltcups.

Darja Domratschewa ist am 3. August 1986 in Minsk in einer Architektenfamilie geboren. Als Darja vier Jahre alt war, waren ihre Eltern in den Autonomen Kreis der Chanten und Mansen in die Stadt Njagan (Russland) umgezogen. Die Mutter von Darja war Chefarchitektin in dieser Stadt.

In dieser Stadt lebte die Familie von Domratschewa 15 Jahre lang. Der Zufall wollte es, dass drei Jahre vor dem Umzug Daschas Familie nach Russland in einer anderen belarussischen Familie, die ebenfalls nach Njagan umgezogen war, ein künftiges Sportsternchen namens Maria Scharapowa geboren war. Scharapowas Eltern fanden in Sotschi ein neues Zuhause, ein Jahr bevor Domratschews nach Njagan kamen.

Das belarussische Minsk, wo Darja geboren ist und jetzt wohnt, war immer die Heimatstadt von Darja. Die russische Stadt Chanty-Mansijsk bleibt für sie eine der besten Erinnerungen an ihre ersten Schritte im Biathlon, in das sie sich verliebt und das sie aus der Leidenschaft zu ihrem Beruf gemacht hat.

Darja war immer aktiv, besuchte Tanzunterricht und spielte gern Basketball. 1992 begann sie gemeinsam mit dem älteren Bruder Nikita Skitraining. Ihr erster Trainer war Andrej Doroschenko. Nikita hielt nicht lange aus und verließ den Sport. Er widmete sich der Architektur. Dascha fand Gefallen am Skilaufen und nahm das Angebot, in das Biathlon zu wechseln, sofort an.

1998 wurde die Biathlon-Schule von Wiktor Postnikow in Njagan eröffnet. Darja Domratschewa war eine der ersten Schülerinnen. Der zukünftige Star des belarussischen Sports bekam in der Schule nur gute und ausgezeichnete Noten. Sie lernte in der gymnasialen Klasse mit erweitertem Wirtschafts- und Rechtswissenschaftsunterricht und machte Abitur nur mit einer Note „gut“.

In der Schule hatte Darja viele Lieblingsfächer. Allen voran natürlich der Sportunterricht. Exakte Wissenschaften – Algebra und Physik – hatte Darja nicht gern. Sie vergötterte dafür Geschichte und Erdkunde. Nach dem Abitur studierte Darja Domratschewa vier Semester „Sportmanagement“ an der Staatlichen Universität Tjumen. Im Jahr 2004 kam Darja nach Minsk. Der Cheftrainer der Frauenmannschaft lud Darja ein, sich in der belarussischen Auswahl zu trainieren. Innerhalb von sechs Monaten behauptete Darja ihr Recht, Belarus und nicht Russland zu repräsentieren. Der Schlüsselfaktor war dabei die belarussische Geburtsurkunde.

Ihr erster großer internationaler Start als Mitglied der belarussischen Mannschaft war die Junioren-Weltmeisterschaft 2005. Im ersten Einzelrennen kam Darja Domratschewa nur als Vierzigste ins Ziel. Wegen des defekten Gewehrs hat sie beim Schießen 5 Fehler gemacht. Sie gewann aber die nächsten zwei Rennen, Sprint und Verfolgung, und erhielt ihren ersten großen Preis.

Die Saison 2006/2007 war die erste Saison für den aufsteigenden Stern im „Biathlon der Erwachsenen“. Sie galt als die schwierigste Saison. In der Weltcup-Gesamtrechnung nahm Darja Domratschewa den 22. Platz ein. Für eine junge Sportlerin war das ein gutes Ergebnis.

Die Saison 2007/2008 begann für Darja nicht besonders gut. Sie verpasste den Anfang der Vorsaison wegen einer Lebensmittelvergiftung. Das beeinflusste natürlich das Ergebnis. In allen Etappen des Weltpokals erreichte sie mehrfach die Top 10. Diese Saison beendete Darja auf Platz 26 der Gesamtwertung.

Saison 2008/2009. Besonders aufgefallen ist Darja Domratschewa beim Weltcup 2009 in Oberhof: Im Massenstartrennen kam sie als Erste zum zweiten Schießen, das den Regeln entsprechend liegend ausgeführt wird. Dascha schoss aber stehend, und weil die Gegnerinnen in ihrem Rücken lagen, bemerkte sie ihr Missgeschick erst, als es zu spät war. Trotz dieses Zwischenfalls erreichte sie im Rahmen der fünften Etappe des Biathlon-Weltcups zum ersten Mal das Podest im Einzelrennen. Sie belegte den 3. Platz. Danach stieg Darja auf das Podest noch zweimal: im Sprint und im Verfolgungsrennen. Sie beendete die Saison 2008/2009 auf dem siebenten Platz in der Gesamtwertung.

2009 hat Darja Domratschewa die Hochschule für Tourismus an der Belarussischen Staatlichen Wirtschaftsuniversität erfolgreich absolviert und ihr Diplom in der Fachrichtung „Wirtschaft und Tourismus-Management“ verteidigt. In demselben Jahr begann sie mit der zweite Hochschulausbildung an derselben Universität in der Fachrichtung „Wirtschaftsrecht“.

Im Jahr 2010 eroberte die belarussische Biathletin bei den 21. Olympischen Winterspielen in Vancouver im Einzelrennen eine Bronzemedaille. In den Etappen des Weltpokals gewann sie etwas später noch zwei Goldmedaillen. Diese Auszeichnungen lassen Darja Domratschewa zur Elite des Weltbiathlons gehören.

Laut Ergebnissen 2010 wurde Darja Domratschewa „Die Sportlerin des Jahres“ in Belarus. Sie bekam fast eine halbe Million Stimmen in einem offenen öffentlichen Wettbewerb „Triumph für Sporthelden“ und den Titel der verdienten Sportmeisterin sowie internationale Auszeichnung Biathlon-Award. In der Weltcup-Gesamtwertung 2010/2011 nahm die Biathletin von Belarus den 6. Platz ein.

Die Saison 2011/2012 war eine der besten Saisons für Darja. Beim Weltpokal konkurrierte sie auf gleicher Augenhöhe mit der deutschen Biathletin Magdalena Neuner. Achtzehnmal erreichte Darja Domratschewa das Podium. Zum ersten Mal wurde die belarussische Biathletin die Weltmeisterin und gewann das Gold im Verfolgungsrennen bei der Weltmeisterschaft in Ruhpolding. Am Ende der Saison belegte Domratschewa den zweiten Platz in der Weltcup-Gesamtwertung und gewann zwei Kleine Kristallgloben – im Verfolgungsrennen und im Massenstart. Sie landete auf Rang 2 in der Sprintwertung und auf Rang 3 in der Einzelrennen-Wertung.

Im Vorfeld der Cup-Saison 2012/2013 war Darja Domratschewa die wichtigste Anwärterin auf den Großen Kristallglobus. Aber es gab sowohl Erfolge als auch Misserfolge. Die Ursache dafür war die fehlerhafte Schießleistung der Sportlerin. Bei der Weltmeisterschaft im tschechischen Nové Město eroberte Darja das zweite Gold im Massenstart. In der Saison 2012/2013 gewann die belarussische Sportlerin drei Weltcup-Rennen und erreichte neunmal das Podium. Am Ende der Saison landete sie wie in der Vorsaison erneut auf dem zweiten Platz in der Gesamtweltcupwertung.

Bei den Olympischen Spielen in Sotschi wurde Darja Domratschewa am 11. Februar 2014 die Olympiasiegerin im Verfolgungsrennen über 10 km (29 Min. 30,7 Sek.). Am 14. Februar wurde Darja die zweifache Olympiasiegerin. Am 17. Februar sicherte sich Domratschawa ihre dritte Goldmedaille im Massenstart (35 Min. 25,6 Sek.).

Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko würdigte Darja Domratschewa mit dem Titel „Held von Belarus“.

Gewinnerin des Kleinen Kristallglobus: im Massenstart (2010/2011), im Verfolgungsrennen und im Massenstart nach den Ergebnissen des Weltcups in der Saison 2011/2012, im Massenstart (2013/2014)

Gewinnerin des Großen Kristallglobus in der Weltcup-Gesamtwertung (2014/20545)

Interessante Fakten über Darja Domratschewa:

Darja Domratschewa postete auf ihrem Blog und auf ihrer Seite in VKontakte einen Link, wo jeder ihren Film „Darya Domracheva. Representing Belarus“ (Premiere 2010) kostenlos herunterladen kann. Der Film wurde als Videotagebuch gedreht. Das ist die Ansicht der Sportlerin über die Welt des Leistungssports von innen, über das Leben im Team und den schwierigsten Weg zum Podest.

Darja Domratschewa und der französische Biathlet Simon Fourcade spielten Hauptrollen im humorvollen Kurzfilm „Spy who loved biathlon“, der durch die Internationale Biathlon-Union (IBU) produziert wurde. Ein tolles Video widmet sich dem Saisonende. Filmschauspieler sind viele Biathlon-Stars. Verschiedene Szenen wurden in Antholz, Oslo, Sotschi und Chanty-Mansijsk gedreht.

Darja verkündete die Punkte von Belarus beim Eurovision Song Contest 2013.

Die Leibgerichte der Sportlerin sind von der Mutter gebackener Fisch mit Käse, italienische Lasagne mit Spinat und Mohnkuchen.

Anfang 2013 schrieb die Presse Darja eine Liebesaffäre mit dem norwegischen Biathlet Ole Einar Bjørndalen zu. Das waren nur Gerüchte.

Darja kommuniziert aktiv mit ihren Fans in sozialen Netzwerken vk.com, Facebook und Twitter. Außerdem trifft sich Domratschewa mit ihren Fans persönlich.

Am 2. Juli 2013 nahm Darja Domratschewa an der Eröffnung des Platzes der Staatsflagge von Belarus teil.

Die belarussische Post gab 2010 eine Briefmarke mit einem Porträt des belarussischen Biathlon-Sterns heraus.

Ende Mai 2013 wurden Bilder des belarussischen Malers, Andrej Smoljak, sowie Fotos mit gleichem Bildinhalt am Zaun des Tscheljuskinzy-Parks präsentiert. Für diese Fotos posierten bekannte Menschen von Belarus, darunter Darja Domratschewa.

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