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Marianna Schtschotkina

Gegenseitige Unterstützung von Frauen beseitigt Klischees auf dem Weg zur Geschlechtergleichstellung

Meinungen 25.06.2019 | 14:34
Marianna Schtschotkina Marianna Schtschotkina Ministerin für Arbeit und Sozialschutz

Die Rechte von Frauen sind in Belarus verfassungsrechtlich garantiert, aber es ist notwendig, gemeinsam Mechanismen zu erarbeiten, um die gesellschaftlichen Klischees, die die vollständige Inanspruchnahme dieser Rechte verhindern, zu bekämpfen. Das sagte die nationale Koordinatorin für Umsetzung von SDG-Zielen, Marianna Schtschotkina, vor Journalisten am Rande des Forums „Aktuelle Trends der Genderpolitik im Kontext der Ziele für nachhaltige Entwicklung“, das heute in Minsk stattfindet.

"De jure haben Frauen in Belarus alle Rechte, sie sind im Gesetz verankert, aber es gibt gewisse Hindernisse bei der Umsetzung dieser Möglichkeit – das sind Klischees, die wir gemeinsam zu überwinden haben. Und da können sich Frauen gegenseitig sehr gut unterstützen“, sagte Marianna Schtschotkina.

Als Beispiel nannte sie ein Projekt, das die Belarussischen Frauenunion gemeinsam mit dem Verband „BelBrand Association - "Women's Business" startete. Erfolgreiche Unternehmerinnen schlüpften sich in die Rolle von Mentorinnen für jene Frauen ein, die sich selbstständig machen wollten. Als Folge sind 17 Startups in verschiedenen Bereichen ins Leben gerufen worden.

„Wir brauchen nicht nur Bedingungen für die Förderung von Frauenunternehmen , sondern auch gegenseitige Unterstützung“, sagte Marianna Schtschotkina. „Ein Netzwerk von Kontakten für Erfahrungsaustausch und Beratungshilfe ist eine Voraussetzung für die Erreichung der Geschlechtergleichheit“.

„Die Erhöhung der Gehälter im öffentlichen Sektor (wo mehr Frauen arbeiten), mehr Chancen für Selbstverwirklichung im Beruf und Familie, die Einrichtung familienfreundlicher Arbeitsplätze, die Stärkung von Familien durch die Mediation, mehr Vorschuleinrichtungen, Kindergartengruppen, mehr Möglichkeiten für die Fernarbeit, flexible Zeitpläne – all das sind die Vorschläge von Frauen selbst. Wir müssen sie diskutieren und eventuell Änderungen entsprechender Gesetze beantragen. Wir müssen alles tun, damit Frauen eine größere Rolle einnehmen“, resümierte Marianna Schtschotkina.

Am Forum nehmen Vertreter des Ministeriums für Arbeit und Sozialschutz, des Wirtschaftsministeriums, der Nationalen Akademie der Wissenschaften sowie internationaler Organisationen teil. Auf der Tagesordnung stehen Themen wie die Stärkung der gesellschaftlichen Rolle von Frauen und Vorschläge im Bereich der Geschlechtergleichheit. Diese Themen werden bei der Entwicklung der Nationalen Strategie für nachhaltige Entwicklung bis 2035 und des neuen Nationalen Aktionsplans zur Geschlechtergleichstellung bis 2025 berücksichtigt.

Die Arbeit des Forums gliedert sich in drei thematische Sitzungen, die jeweils auf die globalen Herausforderungen im Bereich der Umsetzung der Geschlechterpolitik eingehen: „Familie und Beruf in der modernen Welt: Ist eine Bilanz möglich?“, „Bekämpfung der häuslichen Gewalt“, „Frauenbeschäftigung und Frauenunternehmertum als Treiber der Geschlechtergleichheit.“

Das Forum wird vom Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen in Belarus und dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen in Belarus in Partnerschaft mit der nationalen Koordinatorin für die Erreichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung Marianna Schtschotkina und mit finanzieller Unterstützung der britischen Botschaft in Minsk organisiert.

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