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Klein- und Mittelunternehmen werden zum Handelsumsatz zwischen Belarus und Usbekistan viel beitragen

Wirtschaft 09.09.2019 | 18:44

MINSK, 9. September (BelTA) – Der Außerordentliche und Bevollmächtigte Botschafter Usbekistans in Belarus Nasirjan Yusupov setzt große Hoffnungen in die Stärkung der Zusammenarbeit von kleinen und mittleren Unternehmen, was den bilateralen Handelsumsatz zwischen den beiden Ländern deutlich erhöhen wird. Das erklärte er heute vor Journalisten.

Der usbekische Präsident Shavkat Mirziyoyev war Ende August 2019 zu einem Staatsbesuch nach Belarus gereist. Bei einem Treffen mit dem belarussischen Staatschef Alexander Lukaschenko wurde festgestellt, dass die handelspolitische und wirtschaftliche Zusammenarbeit vor dem Hintergrund guter politischer Kontakte unzureichend sei. Die Staatschefs stellten daraufhin die Aufgabe, den Handelsumsatz auf 1 Milliarde Dollar zu steigern.

„Das ist natürlich eine große Zahl“, sagte der Botschafter. „Es wäre falsch zu behaupten, dass dies die Aufgabe von morgen oder übermorgen ist. Aber das ist eine vielversprechende Aufgabe, die durchaus machbar ist“. So sei beispielsweise im Jahr 2018 das Niveau des gegenseitigen Handels im Vergleich zu 2017 um mehr als das Doppelte gestiegen. Nach den Angaben von 2018 habe der Handelsumsatz 157,4 Millionen Dollar erreicht, und im Januar-Mai dieses Jahres habe er 89 Millionen Dollar betragen, was einem Anstieg von mehr als 15% gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres entspreche.

Im Sommer fand in Minsk zum ersten Mal das Forum der Regionen von Belarus und Usbekistan statt. Es seien viele interessante Großprojekte ins Auge gefasst worden, sagte der Diplomat. Eines davon sei die Produktion von 5.000 MTZ-Traktoren in einem Taschkenter Traktorenwerk in den Jahren 2019-2020. „Wir sprechen von einem Produktionsvolumen, das das vorjährge Volumen um das Doppelte übersteigt. Solche Beispiele gibt es genug und sie beziehen sich vor allem auf Großunternehmen. Ich glaube aber, dass die angestrebte Zahl viel schneller zu erreichen ist, wenn die kleinen und mittleren Unternehmen dazu ihren Beitrag leisten werden“.

Der Botschafter hofft sehr darauf, dass nach dem Forum der Regionen direkte Kontakte zwischen den Unternehmen hergestellt wurden. „Das sind kleine Bäche, die sich zu einem breiten Strom vereinigen, so dass wir künftig von einer Milliarde Dollar Handelsumsatz sprechen können“, sagte er.

Laut dem Diplomaten öffnet sich Usbekistan mehr als jedes andere Land im postsowjetischen Raum der Welt, und es werden sehr schnelle Reformen durchgeführt. „Usbekistan braucht keine Hilfe von außen“, sagte er. „Es ist ein eigenständiges Land. Usbekistan braucht lediglich eine für beide Seiten vorteilhafte Zusammenarbeit. Das ist unser Weg.“ Der Staat verfüge über reiche natürliche Ressourcen und ausreichende Arbeitskräfte. Jährlich wachse die Bevölkerung um rund 500.000 Menschen an. „Diese Menschen brauchen Arbeit und müssen mit genügend Arbeitsplätzen versorgt werden. Deshalb müssen wir heute neue moderne Technologien einsetzen. Darum wollen wir unsere belarussischen Freunde bitten“, sagte Nasirjan Yusupov.

Usbekische Unternehmen streben heute gemeinsame Produktion von Waren an und wollen langsam auf die bloßen Warenimporte verzichten. „Stichwort: Arzneimittelherstellung. Wenn wir in Usbekistan einen Betrieb bauen, wo belarussische Medikamente hergestellt werden, ist das kostengünstiger. Alles wird billiger sein: Logistik, Strom usw. Außerdem werden wir diese Medikamente in Nachbarländern, einschließlich Afghanistan, verkaufen“, sagte der Botschafter. „Wenn es gelingt, ein solches Unternehmen zu eröffnen, wird es ein sehr vorteilhaftes Projekt für beide Seiten sein.“

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