Vollversion

Arbeitsmarkt und Potential der Senioren: Arbeitsministerin setzt Akzente für Zusammenarbeit mit EU

Wirtschaft 08.08.2019 | 17:25
Irina Kostewitsch. Archivfoto
Irina Kostewitsch. Archivfoto

MINSK, 8. August (BelTA) – Die belarussische Ministerin für und Sozialschutz Irina Kostewitsch hat sich heute mit der Leiter der EU-Delegation in Belarus Andrea Wiktorin anlässlich des Abschlusses ihrer diplomatischen Mission getroffen. Beim Gespräch wurden Vorschläge zur Fortsetzung und Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen der EU und der Republik Belarus in den Bereichen Arbeit und Soziales geäußert, teilte das Arbeitsministerium mit.

Nach Angaben der Behördenleiterin arbeite das Ministerium an Projekten der internationalen technischen Hilfe erfolgreich mit der EU zusammen. Andrea Wiktorin habe in dieser Hinsicht eine wichtige Rolle gespielt, zeigte sich Kostewitsch überzeugt.

Als Beispiel für eine gute Kooperation zwischen Belarus und der EU nannte Irina Kostewitsch die Beteiligung des Arbeitsministeriums am Projekt „Beschäftigung, berufliche Bildung und Ausbildung“, das darauf abzielt, die Beschäftigungsperspektiven von Jugendlichen und Erwachsenen zu erweitern. Dabei setzt sich das Ministerium dafür ein, das Verhältnis zwischen Bildungsangebot und den Bedürfnissen des modernen Arbeitsmarktes zu verbessern. Die Ministerin bedankte sich für die Gelegenheit, im Rahmen dieses Projektes die europäischen Erfahrungen und bewährten Praktiken zur Verbesserung nationaler Qualifikationssysteme, Entwicklung von beruflichen Qualifikationsrahmen und Berufsstandards zu untersuchen. „Die gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen wurden zur Verbesserung des nationalen Qualifikationssystems genutzt“, sagte sie.

Ein weiteres wichtiges vom Arbeitsministerium koordiniertes Projekt im Bereich der Beschäftigung heißt „EU4Youth: Beschäftigungspotential fördern“. Sein Ziel ist es, die Bildungschancen und das Beschäftigungspotenzial von jungen Menschen aus Belarus, Armenien und Georgien zu verbessern. „Dieses Projekt ist eine gute Investition. Seine Umsetzung wird zur Lösung einer dringenden Aufgabe beitragen – die Zahl der Bürger mit den erforderlichen Fähigkeiten zu erhöhen, um einen menschenwürdigen Arbeitsplatz und eine effektive Selbstständigkeit zu erhalten“, sagte Irina Kostewitsch.

Im Rahmen der Vereinbarung mit der EU über die Finanzierung der Technischen Zusammenarbeit stand das belarussische Arbeitsministerium in enger Zusammenarbeit mit der OSZE. In Kooperation mit der OSZE setzte sich die Behörde mit den Fragen der Geschlechtergleichstellung auseinander und förderte Frauen in Führungspositionen und ihr soziales und politisches Engagement. Im vergangenen Oktober wurde das zweite Internationale Forum für weibliche Führungskräfte erfolgreich durchgeführt. Eine weitere Veranstaltung wird in diesem Jahr stattfinden.

Die Ministerin hob die Zusammenarbeit im Rahmen der „Östlichen Partnerschaft“ hervor, einer EU-Initiative, die in diesem Jahr ihr 10-jähriges Bestehen feiert. „Wir sind dankbar für die Möglichkeit, an den Projekten der Europäischen Bildungsstiftung „Koordination von Angebot und Nachfrage nach beruflichen Kompetenzen in den Ländern der Östlichen Partnerschaft“ teilnehmen zu können. Wie auch an den thematischen Seminaren, die sich mit Erfahrungen der EU und der Östlichen Partnerschaft in Fragen der Personalpolitik und Koordination von Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt auseinandersetzen“, erklärte Irina Kostewitsch.

Sie äußerte die Hoffnung auf die Aufrechterhaltung und Fortsetzung der konstruktiven Zusammenarbeit zwischen der EU und Belarus, auch in aktuellen Fragen der Sozial- und Arbeitspolitik.

Beim Treffen schlug die Ministerin einige Initiativen zur weiteren Zusammenarbeit vor. „Aus unserer Sicht sind folgende Themenbereiche und Handlungsfelder besonders aussichtsreich: Arbeitsmarktprognosen, Entwicklung des Nationalen Qualifikationssystems der Republik Belarus, Unterstützung von Staat und zivilgesellschaftlichen Institutionen in ihrem Bemühen, das Potenzial der Senioren zu erkennen und ihre Bedürfnisse zu befriedigen. Das Ministerium ist auch daran interessiert, das Institut der Sozialen Dienste zu unterstützen, insbesondere in ihrem Aufgabenbereich zur Sozialisierung von Menschen mit Behinderungen und zur Errichtung von Häusern für ihr selbstbestimmtes Leben“, sagte Ministerin.

Andrea Wiktorin bedankte sich ihrerseits beim Ministerium für Arbeit und Sozialschutz für die fruchtbare Zusammenarbeit. Sie unterstützte die genannten Handlungsbereiche und äußerte die Hoffnung auf eine weitere Zusammenarbeit des Arbeitsministeriums mit der EU-Delegation in Belarus.

Nachrichten der Rubrik Wirtschaft
Vollversion