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Belarus hat Interesse an schwedischen Erfahrungen in Recycling

Gesellschaft 14.02.2018 | 13:30

MINSK, 14. Februar (BelTA) – Belarus will schwedische Erfahrungen im Bereich Abfallmanagement studieren und anwenden. Das sagte Minister für Naturressourcen und Umweltschutz Andrej Chudyk beim Seminar „SmartCity-Schweden: Abfallmanagement, Kreislaufwirtschaft.“

„Wir haben vor kurzem über die Entwicklung der belarussisch-schwedischen Zusammenarbeit gesprochen. Und heute schon organisieren wir ein Seminar zum Thema smart city. Ich hoffe, dass wir damit eine gute Tradition anstoßen und dass daraus eine intensive Kooperation entsteht. Ich muss dran erinnern, dass wir mit dem Trainingsseminar SymbioCity in Brest im Vorjahr für viel Interesse in der Öffentlichkeit gesorgt haben“, sagte Chudyk. „Belarus hat sich auf eine kurzfristige Strategie der sozialwirtschaftlichen Entwicklung festgelegt. Der Umweltschutz gehört zu den Prioritäten dieser Strategie – und hier wollen wir auf die besten Weltpraktiken zugreifen. Wir bemühen uns nicht nur darum, die Umweltlage insgesamt zu verbessern, sondern auch die Lösungsansätze in Wirtschaft, Gesellschaft und beim Umweltschutz, darunter beim Recycling, neu auszurichten. In Schweden werden 99% aller kommunalen Abfälle wiederverwertet. Wir wollen diese Erfahrungen übernehmen, weil wir daran ein sehr hohes Interesse haben.“

Stellvertretender Minister für Wohn- und Kommunalwirtschaft Gennadi Trubilo erzählte über die Änderungen im Abfallmanagement in den letzten Jahren. Im Vordergrund stehe die rationelle Nutzung der Abfälle bei gleichzeitiger Verringerung schädlicher Auswirkungen auf Menschen und die Umwelt. „In Belarus müssen Produzenten und Importeure seit kurzem mehr Verantwortung für das Abfallmanagement übernehmen. Diese Neuregelung führte dazu, dass die Sammlung von sekundären Rohstoffen in Belarus um 30 Prozent gestiegen ist. Die Wiederverwertung kommunaler Abfälle ist gegenüber 2012 um das 1,7fache gestiegen – heute liegt dieser Wert bei 17%. Die 2017 beschlossene Recycling-Strategie 2035 sieht eine Wiederverwertung von Abfällen in Höhe von 50% vor. Wir stehen vor neuen Herausforderungen, nämlich Abfalllagerung verringern und Abfallmanagement fördern. Schweden ist mit seinem Wissen ein gutes Vorbild für uns“, sagte er.

„Schweden hat mit dem Konzept „smart city“ eine neue Richtung eingeschlagen, um aus Abfall eine nützliche Ressource zu machen, die das Wachstum und den Wohlstand der Bürger sichern kann“, sagte die schwedische Botschafterin in Belarus Christina Johannesson. „Schweden hat ein so ausgereiftes Recycling-System, dass es Müll aus dem Ausland einführen muss, zum Beispiel aus Norwegen oder Großbritannien, um weiterhin Strom generieren zu können. Wir hoffen, dass unsere belarussischen Kollegen im Verlauf des Seminars viel erfahren und dass es einen weiteren Wissensaustausch über smart city zwischen unseren Staaten geben wird.“ Die Diplomatin machte darauf aufmerksam, dass Belarus und Schweden mehrere Umweltschutzprojekte durchführen, etwa bei Wasserreinigung und Wasserableitung in belarussischen Städten. In Baranowitschi wurde eine Biogasanlage eröffnet.

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